Tagesgeldzinsen stabilisieren sich weiterhin

Als der Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 die Finanzkrise richtig auslöste, rauschten nicht nur die Aktienkurse in den Keller, auch die Zinsen auf Tagesgeldkonten gaben stark nach. Waren davor Zinssätze von 4 – 5 % durchaus möglich, musste man sich im Laufe der Krise mit Renditen um die 1,5 % zufrieden geben.

Aktuell ist die Wirtschaft wieder auf einem guten Weg und auch die Tagesgeld-Zinsen sind im Vergleich zur Krise wieder weitgehend stabil. Ein Grund dafür ist natürlich die starke Erholung der Wirtschaft, ein anderer Grund ist, dass der Leitzins der EZB nun schon sehr lange auf einem historischen Tiefstand von 1 % verharrt. Der Leitzinssatz gibt an, zu welchen Bedingungen sich Banken bei Zentralbanken Geld leihen können. Der Zinssatz eines Tagesgeldkontos steht in starker Abhängigkeit zu diesem Leitzinssatz. Der Hintergrund ist, dass sich die Banken nicht teurer bei Kunden finanzieren, wenn es bei der EZB eine günstigere Möglichkeit gibt. Sollte sich die Weltwirtschaft allerdings weiterhin als stabil erweisen, wird der Leitzinssatz zwangsläufig erhöht werden müssen, um nicht noch mehr Geld in die Märkte zu pumpen und somit eine Inflation zu verhindern. In diesem Zuge werden dann auch die Zinsen aufs Tagesgeld weiter anziehen.