Prokon droht die Insolvenz – nun schaltet sich die Staatsanwaltschaft ein

Investieren in Windenergie – diese Idee klang attraktiv, gilt Windenergie doch als eine der zukunftsträchtigsten Möglichkeiten zur Stromerzeugung. Mit lukrativen Genussscheinen warb der Konzern Prokon. Doch nun steht Prokon vor der Insolvenz – und auch die Justiz kümmert sich um den angeschlagenen Windenergiekonzern.

Staatsanwaltschaft prüft, ob ein Anfangsverdacht besteht

Die Staatsanwaltschaft Lübeck prüft zurzeit, ob ein Anfangsverdacht wegen Betruges und weiterer Wirtschaftsdelikte besteht oder nicht. Mehrere Anleger hatten in den vergangenen Monaten Strafanzeige gestellt. Es geht um keine kleinen Beträge: Rund 75.000 Anleger sind auf das lukrativ erscheinende Angebot von Prokon eingegangen, etwa 1,4 Milliarden Euro Privatvermögen stecken in dem Konzern. In der Werbung klang die Geldanlage in Genussrechten nach einer sicheren Sache; Anleger bemängeln heute, dass sie nicht auf das doch recht hohe Verlustrisiko hingewiesen worden seien.

Verzicht auf Zinsen und Kündigung der Genussrechte

Prokon selbst warnte vor der Insolvenz; Anleger hielt der Konzern an, erst einmal auf ihre Zinsen und Auszahlungen zu verzichten. Ob die Anleger aber überhaupt noch einmal Geld sehen, erscheint zur Zeit noch unklar, denn Prokon steckt tief in den roten Zahlen. Im Oktober wies das Unternehmen auf der eigenen Internetseite einen Verlust von 135 Millionen Euro auf – und macht die hohen Zinszahlungen an seine Anleger dafür verantwortlich. 95 Prozent der privaten Investoren sollen daher auf die Zinsauszahlungen und die Kündigung ihrer Genussrechte verzichten. Wird der Konzern während einer Insolvenz zerschlagen, werden die Genussscheine als Letztes bedient, die Anleger also erst ausbezahlt, wenn alle anderen Verbindlichkeiten gedeckt sind. Ob das Konzernvermögen dafür ausreicht, ist momentan nicht zu überblicken. Selbst die Verbraucherschützer der Verbraucherzentrale NRW zeigen sich angesichts dieser Zwickmühle ein wenig ratlos. Anlegern könne man nun keine generelle Empfehlung geben, heißt es. Eine Klage könnte zumindest Transparenz in die wirtschaftliche Situation des Unternehmens bringen, so hoffen Anleger.

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben