Bis zu drei Prozent Zinsen aufs Tagesgeld

In Zeiten der Euro-Krise zeigen sich Verbraucher unsicher, wie sie ihr Geld noch gewinnbringend anlegen können. Grund ist die herrschende Inflation: Während die Kosten steigen, bleiben die Zinsen für Sparguthaben gleich. Im Endeffekt sinken damit die Realzinsen. Das neue Angebot einer italienischen Bank, ganze drei Prozent Zinsen auf Tagesgeld zu zahlen, klingt da verlockend. Doch ist diese hohe Rendite wirklich risikolos?

Verlockendes Angebot für flexibel angelegtes Geld

Tagesgeld ist eine beliebte Anlageform. Im Gegensatz zum Sparbuch oder zum Bausparvertrag kommen die Sparer jederzeit an ihr Geld und können so flexibel über ihr Sparguthaben verfügen. Darüber hinaus sind Tagesgeldkonten bequem online zu führen. Der einzige Aufwand, der betrieben werden muss, um an das gesparte Geld zu kommen, ist in der Regel, dass man es sich auf sein eigenes Girokonto zurücküberweisen muss. Dafür ist das Geld dann auch sofort verfügbar. Die Verzinsung des Tagesgeldes ist von jeher nicht schlecht, wenn auch geringer als für fest angelegtes Geld, mit dem Banken besser kalkulieren und spekulieren können: Im Durchschnitt bieten deutsche Banken rund 1,77 Prozent Zinsen auf das angelegte Geld.

Einlagensicherheit der Geldinstitute vergleichen

Eine flexible Geldanlage mit satten drei Prozent Zinsen klingt da natürlich äußerst verlockend. Die fünfgrößte italienische Bank bietet ein derartiges Tagesgeldkonto über ihre Tochterfirma IW Bank auf dem deutschen Markt an. Bevor sich Verbraucher allerdings von dem lukrativen Angebot verführen lassen, sollten sie einen Blick auf die Einlagensicherheit werfen: Wie viele andere Geldinstitute, die hohe Zinsen versprechen, gewährleistet die italienische Bank nur die Mindesteinlagen-Sicherheit von 100.000 Euro. Das bedeutet, dass im Falle einer Insolvenz des Geldinstituts die Kunden diese Summe auf jeden Fall zurückerhalten. Wer höhere Summen gespart hat, macht damit allerdings Verlust. Ob sich das Angebot also für jeden Kunden lohnt und welches Tagesgeldkonto für welche Einlagensumme das Beste ist, erfahren Verbraucher über einen Tagesgeldkonto-Test. Anhand der geplanten Einlagesumme und der Laufzeit werden die zu erwartenden Zinsen berechnet. Zudem sehen Bankkunden auf einen Blick, welche Einlagensicherung die Geldinstitute bieten.

Tagesgeldzinsen stabilisieren sich weiterhin

Als der Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 die Finanzkrise richtig auslöste, rauschten nicht nur die Aktienkurse in den Keller, auch die Zinsen auf Tagesgeldkonten gaben stark nach. Waren davor Zinssätze von 4 – 5 % durchaus möglich, musste man sich im Laufe der Krise mit Renditen um die 1,5 % zufrieden geben.

Aktuell ist die Wirtschaft wieder auf einem guten Weg und auch die Tagesgeld-Zinsen sind im Vergleich zur Krise wieder weitgehend stabil. Ein Grund dafür ist natürlich die starke Erholung der Wirtschaft, ein anderer Grund ist, dass der Leitzins der EZB nun schon sehr lange auf einem historischen Tiefstand von 1 % verharrt. Der Leitzinssatz gibt an, zu welchen Bedingungen sich Banken bei Zentralbanken Geld leihen können. Der Zinssatz eines Tagesgeldkontos steht in starker Abhängigkeit zu diesem Leitzinssatz. Der Hintergrund ist, dass sich die Banken nicht teurer bei Kunden finanzieren, wenn es bei der EZB eine günstigere Möglichkeit gibt. Sollte sich die Weltwirtschaft allerdings weiterhin als stabil erweisen, wird der Leitzinssatz zwangsläufig erhöht werden müssen, um nicht noch mehr Geld in die Märkte zu pumpen und somit eine Inflation zu verhindern. In diesem Zuge werden dann auch die Zinsen aufs Tagesgeld weiter anziehen.